FAQ

Neurofeedback ist eine spezialisierte Form des Biofeedbacks, bei der die elektrische Aktivität des Gehirns mittels EEG in Echtzeit gemessen wird.

 

Das Gehirn erhält über visuelle oder akustische Rückmeldungen Informationen über seine eigene Aktivität. Dadurch kann es lernen, seine Aktivität und Regulation gezielter zu beeinflussen.

Über Sensoren auf der Kopfhaut wird die Gehirnaktivität gemessen und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht, zum Beispiel als Video oder Spiel.

 

Dabei werden bestimmte Aktivitätsmuster trainiert. Erreicht das Gehirn den gewünschten Zustand, erhält es eine positive Rückmeldung – beispielsweise läuft ein Film weiter oder wird heller.

 

Durch diese wiederholte Rückmeldung kann das Gehirn lernen, hilfreiche Regulationsmuster häufiger einzusetzen.

Zu Beginn steht ein ausführliches Gespräch. Dabei schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Situation, deine Beschwerden und deine persönlichen Ziele. So entsteht ein möglichst umfassendes Bild davon, wo wir mit dem Training ansetzen können.

 

Anschliessend legen wir gemeinsam die Trainingsziele fest und entscheiden, welche Form des Bio- oder Neurofeedbacks für dich sinnvoll ist.

 

Bei einer Neurofeedback-Sitzung werden Sensoren auf der Kopfhaut angebracht, die die elektrische Aktivität des Gehirns messen. Du sitzt entspannt vor einem Bildschirm und erhältst über visuelle und/oder akustische Rückmeldungen Informationen über deine Gehirnaktivität.

 

Zu Beginn jeder weiteren Sitzung besprechen wir, wie du das Training seit dem letzten Termin erlebt hast und welche Veränderungen du wahrgenommen hast. Das Training wird laufend an deinen aktuellen Zustand und deine Entwicklung angepasst.

 

Eine gute Zusammenarbeit ist dabei wichtig. Denn je genauer wir beobachten, wie dein Gehirn auf das Training reagiert, desto individueller können wir die nächsten Schritte gestalten.

Biofeedback und Neurofeedback beruhen auf demselben Grundprinzip: Du erhältst Rückmeldung über Prozesse in deinem Körper und lernst, diese zunehmend selbst zu regulieren.

 

Beim Biofeedback werden beispielsweise Herzfrequenz, Atmung oder Muskelspannung gemessen.

 

Beim Neurofeedback wird die elektrische Aktivität des Gehirns mittels EEG erfasst.

 

Welche Methode sinnvoll ist, hängt von deinen persönlichen Zielen und deinem aktuellen Regulationszustand ab.

Neurofeedback wird eingesetzt, um die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns zu unterstützen. Je nach Ausgangslage kann das Training beispielsweise Konzentration, Entspannung, Stressregulation oder mentale Leistungsfähigkeit unterstützen.

 

Es kann zudem bei verschiedenen Beschwerden und Störungsbildern begleitend eingesetzt werden.

Nein. Beim Neurofeedback wird kein Strom in das Gehirn geleitet.

 

Die Sensoren auf der Kopfhaut erfassen lediglich die elektrische Aktivität des Gehirns. Diese wird ausgewertet und für das Feedback genutzt.

 

Neurofeedback ist deshalb eine nicht-invasive Trainingsmethode.

Eine besondere Vorbereitung ist nicht notwendig.

 

Komm möglichst ausgeruht zur Sitzung. Alkohol und grössere Mengen Koffein unmittelbar vor dem Training können die Gehirnaktivität beeinflussen und sollten deshalb möglichst vermieden werden.

 

Wenn es bei dir etwas Besonderes zu beachten gibt, besprechen wir das gemeinsam.

In der Regel dauert eine Sitzung inklusive Vor- und Nachbereitung ca. 40 bis 60 Minuten.

Das ist individuell und hängt unter anderem von deiner Ausgangslage und deinem Trainingsziel ab.

 

Manche Menschen nehmen bereits nach wenigen Sitzungen erste Veränderungen wahr. Gleichzeitig braucht das Gehirn Zeit, um neue Regulationsmuster zu lernen und zu festigen.

 

Als Orientierung werden häufig zunächst 10–20 Sitzungen durchgeführt. Je nach Ziel und Verlauf können weitere Sitzungen sinnvoll sein.

 

Die Anzahl der Sitzungen wird individuell angepasst.

Die Gesamtdauer ist individuell und hängt von deinem Trainingsziel, deiner Ausgangslage und deinem persönlichen Verlauf ab.

 

Zu Beginn finden die Sitzungen häufig einmal pro Woche statt. Wenn sich die Regulation stabilisiert, können die Abstände beispielsweise auf zwei Wochen verlängert werden.

 

Ziel ist es, die Abstände im Verlauf so weit wie möglich zu vergrössern und das Training schrittweise abzuschliessen.

Nein, die Sitzungen sind absolut schmerzfrei und nicht-invasiv.

 

Die Sensoren messen lediglich die Gehirnwellen, es wird kein Strom in das Gehirn geleitet. Die meisten Klienten empfinden das Training als entspannend und angenehm.

Bio- und Neurofeedback ist grundsätzlich gut verträglich.

 

In seltenen Fällen können beispielsweise leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit oder vorübergehende innere Unruhe auftreten.

 

Wenn du dich nach einer Sitzung ungewohnt fühlst, besprechen wir das gemeinsam und passen das Training bei Bedarf an.

Neurofeedbacktraining ist ein nachhaltiger Lerneffekt.

 

Durch regelmässiges Training können sich neue Regulationsmuster entwickeln und zunehmend festigen. Wie lange Veränderungen anhalten, ist individuell und hängt unter anderem von der Ausgangslage, den persönlichen Zielen und der weiteren Nutzung der erlernten Fähigkeiten ab.

 

Ziel ist, dass du die im Training entwickelten Fähigkeiten zunehmend auch im Alltag nutzen kannst.

Neurofeedback ist grundsätzlich schon ab dem Vorschulalter möglich.

 

Ob ein Training sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Alter, der individuellen Ausgangslage und der Fähigkeit ab, sich auf das Training einzulassen.

Ja.

 

Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter lern- und anpassungsfähig. Diese Fähigkeit wird als Neuroplastizität bezeichnet.

 

Neurofeedback kann deshalb auch für Erwachsene und ältere Menschen eine Möglichkeit sein, die Selbstregulation zu unterstützen und persönliche Ziele zu verfolgen.

Bio-/Neurofeedback ist ein Lernprozess, der sich über mehrere Sitzungen entwickelt.

 

Zu Beginn lernt dein Gehirn zunächst, auf die Rückmeldungen zu reagieren. Es kann dabei beispielsweise trainieren, besser zur Ruhe zu kommen, die Aufmerksamkeit zu halten oder die Wachheit zu regulieren.

 

Mit zunehmendem Training können sich die gewünschten Regulationsmuster leichter abrufen lassen. Das Nervensystem kann lernen, auf unterschiedliche Anforderungen ausgeglichener zu reagieren.

 

Wie schnell diese Entwicklung stattfindet, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Bio-/Neurofeedback ist ein Lernprozess. Wie schnell sich Veränderungen zeigen, ist individuell und hängt unter anderem von deinen Zielen, deinem aktuellen Regulationszustand und der Regelmässigkeit des Trainings ab.

 

Ziel ist es, dass du die erlernten Fähigkeiten nicht nur während der Sitzung, sondern zunehmend auch in deinem Alltag nutzen kannst.

 

Du lernst dein Gehirn nicht neu kennen.

Du lernst, es bewusster zu regulieren.

Jedes Gehirn ist einzigartig. Deshalb schauen wir gemeinsam genau hin, wo wir ansetzen.

 

Je nach Ausgangslage kann es sinnvoll sein, zunächst das Nervensystem zu stabilisieren. In anderen Fällen können wir direkt an Themen wie Fokus, Konzentration oder Impulskontrolle arbeiten.

 

Welche Form des Trainings eingesetzt wird, richtet sich nach deinem aktuellen Regulationszustand und deinen persönlichen Zielen.

 

Ich begleite dich dabei in deinem Tempo und passe das Training laufend an deine Entwicklung an.

Bio-/Neurofeedback ist nicht für jede Situation gleichermassen geeignet.

 

Bei produktiver Psychose, starken Verwirrtheitszuständen oder weit fortgeschrittener Demenz sollte kein Neurofeedbacktraining durchgeführt werden.

 

Die Methode erfordert eine gewisse aktive Mitarbeit und die Fähigkeit, sich auf das Training einzulassen.

 

Ob ein Training in deiner persönlichen Situation sinnvoll ist, klären wir gemeinsam im persönlichen Gespräch.

Neurofeedback setzt direkt bei Regulation der Gehirnaktivität an.

 

Die Psychologie arbeitet unter anderem mit Gesprächen und Verhaltenstechniken, um Gedanken, Gefühle und Verhalten besser zu verstehen und zu verändern.

 

Beide Ansätze können sich sinnvoll ergänzen.

Neurofeedback trainiert die Regulation der Gehirnaktivität.

 

Medikamente greifen dagegen in chemische Prozesse im Körper und Gehirn ein.

 

Beide Ansätze verfolgen unterschiedliche Wirkprinzipien und können je nach Situation sinnvoll sein. Ob sie kombiniert werden können, sollte individuell und gegebenenfalls mit der behandelnden Fachperson besprochen werden.